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INDUSTRIAL AND TRAFFIC ARCHITECTURE

Verkehrs- und Architekturgeschichte

BURGEN IM LEINETAL

Die Burgeninventur Leinetal erstreckt sich über das Gebiet Duderstadt, Göttingen, Northeim, Einbeck bis Hildesheim und wird ab hier von der Norddeutschen Tiefebene begrenzt. Ebenfalls dazugerechnet wird der Raum Salzgitter bis an die Grenze Niedersachsens im Osten oberhalb des Harzes. Diese Leinetal-Inventur schließt sich im Westen nahtlos an die Burgeninventur „Weser“ an. Alle Burgen in der Nähe des Harzes und im Harz werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer seperaten Inventur beschrieben.

Das Leinetal zeichnet sich streckenweise durch eine herrliche Abgeschiedenheit und Einsamkeit aus. Es fällt auch auf, dass es hier besonders viele frühgeschichtliche Anlagen gibt. Eine weitere Besonderheit stellt das Gebiet um Winzenburg in der Nähe von Alfeld dar. Innerhalb von wenigen Kilometern finden wir hier insgesamt 7 Befestigungen! In dieser Region finden wir auch viele sogenannte Erdwerke. Diese Art der Befestigung stammt aus der Zeit um 4000 v. Chr., als die Menschen die ersten Wehranlagen und Fliehburgen errichteten.

In Deutschland gibt es insgesamt etwa 60 solcher Erdwerke. Leider sind viele dieser Anlagen aufgrund ihres Alters erodiert oder durch die Landwirtschaft zerstört. Eine sehr sehenswerte Anlage ist die Beusterburg in der Nähe von Hildesheim.

Abbildung ganz oben rechts: Die zwei Gleichen Fernsicht

Abbildung oben links: Die zwei Gleichen als Modell in Gelliehausen

Ahrenfeld (Burgplatz)

Die sogenannte Bullerburg stand auf dem heutigen Friedhofshügel am Ortsausgang von Ahrenfeld. Obwohl von der um 1500 von den Lauensteiner Burgherren zerstörten Burg nichts mehr zu erkennen ist, kann man sich die Befestigung auf dem teilweise erhöhten Gelände noch sehr gut vorstellen. Die Steine der Burg haben als Mauer des Gutes Heinsen eine neue Verwendung gefunden. Ahrenfeld wird als „Arnevelt“ 1197 erstmals erwähnt.

Asseburg (Burgruine)

Die langgestreckte Asseburg auf dem Gebirgskamm Asse erreicht man am besten aus Richtung Bismarckturm bei Wittmar. Gunzelin von Wolfenbüttel erbaute die Burg ab 1218. Anno 1255 belagert Herzog Albrecht der Lange die Burg drei Jahre lang (deshalb der Lange?) - erfolglos. Schließlich verkaufte Busso von Wolfenbüttel, der Sohn Gunzelins, dem Herzog die Burg. 1492 wurde die Asseburg von den Braunschweigern zerstört.

Bennigser Burg (Wallburg)

Als Meinser Burg findet die Anlage erstmals 969 Erwähnung. Sie besteht aus der Hauptburg, einer Vorburg und vorgelagerten Wällen, deren Flanken sicher durch Palisaden gesichert waren. 1937 wurde das Tor zwischen Hauptburg und Vorburg restauriert, dessen Mauerwerk auch heute gut zu erkennen ist. Vermutlich hat die Anlage schon in früherer Zeit existiert, also als vorgeschichtliche Fliehburg und wurde im 10. Jahrhundert aufgrund der Ungarneinfälle erneut befestigt.

Beusterburg (Erdwerk)

Etwa 4000 v. Chr. erstmalig errichtet, gilt die Beusterburg als älteste und größte Befestigung der mittleren Steinzeit. Ihre Ausdehnung von ca. 15 Hektar wurde zeitweilig nur für Vieh genutzt und die naheliegende Quelle der Beuster diente als Viehtränke. Über die Zeit wird die Beusterburg aber sicher auch als Fliehburg gedient haben. Sie ist bequem von der Strasse Nordstemmen/Gronau zu erreichen.

Bodenhausen (Burgrest)

Vor Ort finden wir heute nur einen Felsen, auf der man sich die etwa 50 x 30 Meter grosse Burg vorstellen muss, von der erstmals Ardimarus von Bodenhausen 1109 bezeugt ist. Knapp 200 Jahre später wird die Burg in einer Fehde mit Göttingen zerstört. 1400 erhielten die Herren von Bodenhausen ihren Stammsitz vom Kurfürsten von Mainz als Lehen. Später errichtete das Geschlecht den Rittersitz in Niedergandern.

Calenberg (Ruine)

Castrum Calenburg wurde 1290 von Otto dem Strengen erbaut, direkt an der alten sächsischen Stammesgrenze, welche die Bistümer Minden und Hildesheim trennte. Der Hildesheimer Bischof residierte nur 13 km entfernt. 1519 konnte man in der Hildesheimer Stiftsfehde einer vierwöchigen Belagerung standhalten. Im weiteren Verlauf verlor Calenberg seine Bedeutung, als Hannover zur Residenz ausgebaut wurde.

Dörhai (Fliehburg)

Luftlinie nur ca. einen Kilometer von der Winzenburg entfernt, liegt die Wallburg Dörhai direkt an der alten Verkehrsverbindung „Rennstieg“. Ohne die Hinweistafel würde man leicht an dem einsamen Bodendenkmal vorbeilaufen, hier sind nur niedrige Wallreste erkennbar. Nach Westen und Süden fällt das Gelände steil ab. Zuletzt wurde die „Burg“ vermutlich von Burgmannen der Winzenburg bewohnt, ihre erste Entstehung jedoch dürfte in die frühgeschichtliche Zeit zurückreichen.

Dransfeld Hünenburg

Direkt an der Strasse von Dransfeld nach Adelebsen befindet sich die fast quadratische Anlage auf dem westlichen Ausläufer des Ossenberges. Der Wall ist gut erkennbar und eine Hinweistafel gibt ausführliche Auskunft über die Historie. An der Südostecke sind noch sogenannte Trockenmauerreste erkennbar. Durch Grabungen wurde eine gewaltsame Zerstörung der „Burg“ nachgewiesen. Ein phantastisch einsamer und idealer Ort für den Liebhaber vorgeschichtlicher Befestigungen!

Elmsburg (Fliehburg)

Die etwa 7,5 Hektar grosse vorgeschichtliche Wallanlage gehört zu den ältesten neolithischen Wallanlagen, die um 4000 v. Chr. entstanden sind. Der Bergkamm Elm ist einer der nördlichsten Erhebungen in Niedersachsen und von hier aus ist ein weiter Blick in die Norddeutsche Tiefebene möglich (ohne Baumbestand). Im 12. Jahrhundert errichtete man im Inneren des Walles eine mittelalterliche Burg, von der heute nur die Fundamente der Burgkirche erhalten sind.

Haus Freden (Burgruine)

Auf einem Bergsporn über dem Leinetal an einer wichtigen Verkehrsverbindung gelegen, übernahmen die Herren von Reden 1400 die Burg. Ihre Raubrittertätigkeit wurde ihnen jedoch schon 1402 zum Verhängnis. Mit einer Kanone schoss man die Burg eine Woche lang "sturmreif". Dann kam den Burgbewohnern ein Rohrkrepierer zu Hilfe und sie konnten in der allgemeinen Verwirrung entkommen. Die Burg wurde daraufhin geschleift und die Steine dienten als Baumaterial in der näheren Umgebung.

Gartenkamp (Fliehburg)

Die kleine runde Wallanlage liegt direkt unterhalb der Winzenburg auf dem Kammweg Richtung Osten. Vermutlich diente sie als Abriegelung. Heute durchschneidet ein Waldweg die Befestigung, während der ursprüngliche Zugang auf der südlichen Seite lag. Geschichtlich belegt ist nicht viel, dafür gibt es noch zwei weitere Vermutungen über ihre Bestimmung. Wie der Name besagt, mag es auch der Garten der Burg gewesen sein. Einer weiteren Theorie zufolge stellt die Anlage einen Belagerungsring aus der Zeit der Hildesheimer Stiftsfehde dar.

Alte Gleichen (Burgruine)

Um 1100 errichteten die Grafen von Reinhausen die sogenannten Zwillingsburgen, nachdem sie ihre Stammburg in Reinhausen in ein Kloster umgewandelt hatten. So konnte die wichtige Verkehrsverbindung von Göttingen nach Heiligenstadt kontrolliert werden. Ab 1270 übernahmen die Herren von Uslar die Alte Gleichen, sodass die beiden Burgen bis 1825 tatsächlich zwei verschiedenen Besitzern gehörten. Im 16. Jahrhundert wurden die Burgen allerdings aufgegeben, da man die wohnlicheren Versorgungshöfe im Tal bevorzugte. Im Jahre 1800 soll der letzte Turm auf der Neuen Gleichen eingestürzt sein.

Neue Gleichen (Abgegangen)

Solche Ereignisse wurden dann von den Geistlichen des Dorfes im Kirchenbuch eingetragen. Heute sind auf der Alten Gleichen noch Mauerreste vorhanden, auf der Neuen Gleichen können wir nur noch von einer abgegangenen (völlig verschwundenen) Burg sprechen. Die Anlagen sind nur 400 Meter voneinander entfernt. Warum die Burgen „Gleichen“ heissen? Kalauer aus der Umgebung: Weil sie den gleichen Abstand voneinander haben…

Gleneburg (Burgrest)

Das Flüsschen Glene gab der um 1200 erbauten Burg den Namen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die weitaus bekanntere Lippoldshöhle, deren Bezeichnung von der Sage über den Räuber Lippold abgeleitet wurde. Vermutlich diente die Burg zur Absicherung der Höhle und auch zur Kontrolle von zwei unterhalb verlaufenden Strassen. Im Jahre 1311 zerstörten die Edelherren vom Homburg die Anlage.

Greene (Burgruine)

Im Jahre 1308 vom Geschlecht der Homburger erbaut, diente die Greener Burg zum Schutz der Handelstrasse über den Leineübergang. Die Anlage wurde mehrfach zerstört, einmal 1553, dann wieder aufgebaut und im 30ig-jährigen Krieg abermals zerstört. Später als Amtssitz erneut aufgebaut verfiel das Burggelände im 18. Jahrhundert. Auf einem Merian-Stich von 1654 erhält man einen Eindruck über die ehemalige Anlage. Heutzutage wird das romantische Gelände gern für historische Veranstaltungen genutzt. Hat man den Zugang über die teilweise erhaltene Torwache (unser Bild) passiert, bietet sich ein prächtiger Blick über das Leinetal Richtung Osten.

Hardenburg (Burgruine)

Die vom Süden her pittoresk anmutende Ruine ist auf Felsen errichtet. Wenn man auf dem schmalen Weg unterhalb einherschreitet kann man an heißen Tagen die darauf umher huschenden Eidechsen beobachten! 1098 als Hartisburk erwähnt, ist die Doppelburg von 1287 bis heute im Besitz der Familie von Hardenberg. Das Vorder- und Hinterhaus ist durch einen Graben getrennt. Schon immer haben sich die Göttinger Studenten auf dieser romatischen Anlage gern eingefunden.

Heisterburg (Ringwall)


Heldenburg (Burgruine)


Hohe Schanze (Ringwall)


Hohenbüchen (Burgrest)


Hünstollen (Fliehburg)

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